Seidensifaka – eine sehr seltene Lemurenart

Seidensifakas sind ruhige Zeitgenossen.Der Seidensifaka (Propithecus candidus) ist einer der drei seltensten Lemurenarten Madagaskars und zählt damit zu den bedrohtesten Primatenarten überhaupt. Seidensifakas werden nur noch innerhalb der fragilen Grenze von drei Reservaten im nordöstlichen Madagaskar gefunden: dem Marojejy Nationalpark, dem Anjanaharibe-Sud Reservat und dem Makira Schutzgebiet. Die verbleibende Gesamtpopulation wird auf zwischen 100 und 1000 Tieren geschätzt. Die Art wird darum von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) gelistet. Neben der Zerstörung ihres Lebensraums stellt auch die Bejagung eine Bedrohung dar. Seidensifakas leben in Gruppen von zwei bis neun Tieren aus mehreren erwachsenen Männchen und Weibchen. Kleinere Gruppen setzen sich aus einem Paar und dem gemeinsamen Nachwuchs zusammen. Innerhalb der Gruppe sind die Weibchen dominant. Sie bestimmen die Tagesstreifzüge, deren durchschnittliche Länge rund 700 Meter beträgt.

 

Der seltene Seidensifaka ist vom Aussterben bedroht.Es sind territoriale Tiere, deren Reviere bis zu 44 Hektar umfassen können. Das Revier wird mit Drüsensekreten markiert. Die Weibchen markieren mit ihren Analdrüsen, die Männchen zusätzlich mit Brustdrüsen. Seidensifakas erreichen eine Länge von ca. 50 Zentimetern, hinzu kommt ein ebenso langer Schwanz. Ihr Gewicht beträgt 5 bis 6,5 Kilogramm,  was sie damit zu den größten Sifakas zählen lässt. Ihr Fell ist lang und seidig und meist durchgehend weiß gefärbt, was ihnen den Namen „Seidensifaka“ eingebracht hat. Die Nahrung dieser Primaten besteht vorwiegend aus Blättern (75%). In geringem Ausmaß fressen sie auch Früchte, Samen und Blüten. Wie viele andere blätterfressende Säugetiere kompensieren sie den niedrigen Nährwert ihrer Nahrung mit langen Ruhepausen, so werden 45% des Tages rastend verbracht.