Mausmakis – die kleinsten Lemuren

Mausmakis fallen durch ihre großen Augen auf.Mausmakis (Microcebus) sind mit einer Größe (Kopf und Körper) von minimal nur acht Zentimetern die kleinsten Lemuren. Ihr Körpergewicht liegt nur zwischen 30 und 100 Gramm. Mausmakis leben in den Tiefland- und Bergregenwäldern Madagaskars, sind aber auch in gestörten Waldgebieten häufig anzutreffen. In manchen Regionen der Insel wurde eine Populationsdichte von über 250 Mausmakis auf der Fläche von einem Quadratkilometer gezählt. Mausmakis leben vorwiegend auf Bäumen, sie sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in selbst errichteten, runden Blätternestern, Baumhöhlen oder unbenutzten Vogelnestern.

Weibchen bilden Gruppen von zwei bis neun Tieren, die tagsüber gemeinsam schlafen. In der Nacht gehen sie getrennt auf Nahrungssuche. Die Männchen leben eher als Einzelgänger, sie zeigen Territorialverhalten und markieren ihr Revier mit Urin oder Kot. Mausmakis besitzen die Fähigkeit bei schlechten Umweltbedingungen wie Trockenheit, geringer Nahrungs- und Wasserverfügbarkeit sowie bei Kälte in einen kurzzeitigen Starrezustand oder in einen längeren Winterschlaf (bis zu 2 Wochen) zu fallen. Dabei zehren sie von Körperfett, das sie in den Schwänzen angereichert haben. Mausmakis sind Allesfresser und suchen im Unterwuchs der Wälder nach Früchten, Blumen, Sprossen, Insekten und Fröschen. Der Mausmaki hat wegen seiner geringen Körpergröße viele Fressfeinde, so z.B. Eulen, Falken, Mangusten, Schleichkatzen und Boas.