Der Katta, bekannt aus dem Disneys „Madagaskar“

Mada_WIG008Der Katta (Lemur catta) ist ein mittelgroßer Lemur aus der Familie der gewöhnlichen Makis (Lemuridae). Charakteristisch für ihn ist sein langer Schwanz, der mit jeweils 13 bis 15 weißen und schwarzen Streifen geringelt ist, was ihm den Namen „Ringelschwanzmaki“ eingetragen hat. Der Schwanz bietet einen Kontrast zum graugefärbten Rücken und Oberkopf und dem weißgefärbten Bauch und Gesicht mit seinen schwarzen Augenflecken. Kattas bewohnen die Regionen im südwestlichen Madagaskar. Hier besiedeln sie die größte Vielfalt an Lebensräumen – von Buschsavannen, über Trockenwälder bis hin zum Terrain oberhalb der Baumgrenze.

Das Verbreitungsgebiet der Kattas ragt bis in das gebirgige und größtenteils unbewaldete Landesinnere Madagaskars hinein. Ihre Verteilung ist dabei jedoch überall bruchstückhaft. Ihr Lebensraum wird hauptsächlich durch den sich ausbreitenden Ackerbau und den hierzu ausgeführten Brandrodungen stark verkleinert. Der Katta gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Vertretern der Lemuren und zeigt einige ungewöhnliche Verhaltensweisen. Kattas sind im Gegensatz zu den meisten anderen Lemuren vorwiegend tagaktiv. In den frühen Morgenstunden werden sie aktiv, klettern auf den Boden und nehmen besonders bei kühleren Temperaturen ein Sonnenbad. Dann folgt eine aktive Phase der Fortbewegung und der Nahrungsaufnahme. Um die Mittagszeit halten sie eine Rast, die bei hohen Temperaturen bis zu vier Stunden dauern kann. Nach einer weiteren Aktivitätsphase am Nachmittag suchen sie am Abend ihre Schlafplätze auf. Kattas verbringen von allen lebenden Lemuren die meiste Zeit am Boden (ca. 30%). Am Boden bewegen sie sich auf allen Vieren fort, wobei sie den Schwanz in die Höhe halten. Auch in den Bäumen klettern sie mit allen vier Gliedmaßen und legen größere Distanzen springend zurück. Der lange Schwanz dient ihnen dabei zur Balance.

 

Verhalten innerhalb der Gruppe

Mada_TK_Lemuren09Kattas leben in Gruppen von durchschnittlich 13 bis 15 Tieren; die Gruppen zeigen eine deutliche Weibchendominanz und sind matrilinear organisiert – da die weiblichen Tiere fast immer in ihrer Geburtsgruppe verbleiben, bildet eine Familie nahe verwandter Weibchen den Kern einer Gruppe. Angeführt wird sie von einem zentralen Weibchen, das die Bewegungsrichtung bestimmt und auf das sich die sozialen Interaktionen fokussieren. Kattas leben nicht streng territorial mit bevorzugten Streifgebieten, deren Größe sich nach Lebensraum und Jahreszeit richtet und zwischen 6 und 30 Hektar variieren kann. In feuchteren Regionen und in der Regenzeit sind die Streifgebiete aufgrund des besseren Nahrungsangebotes kleiner, in trockenen Habitaten und während der Trockenzeit größer. Die bevorzugten Streifgebiete werden mit Drüsensekreten markiert, die Weibchen verwenden dabei ihre Perianaldrüsen, die Männchen ritzen mit ihren stacheligen Handgelenksdrüsen Bäumchen und Äste an und hinterlassen so ihre Duftspuren. Die Territorien mehrerer Gruppen können sich großflächig überlappen und kommt es zu Begegnungen zweier Gruppen, dann übernehmen die Weibchen die Verteidigung. Geruch spielt bei den Kattas – wie bei allen Feuchtnasenaffen – innerhalb der Kommunikation eine große Rolle. Da Kattas aber im Gegensatz zu vielen anderen Lemuren tagaktiv sind, verständigen sie sich zusätzlich mit Körperhaltungen, Gestik und Lautäußerungen. Kattas sind nahezu Allesfresser und ernähren sich – je nach Lebensraum und Jahreszeit – von Blättern, Blüten, Knospen und Borken, aber auch von Kleintieren wie Spinnen und Insekten, sowie von kleineren Chamäleons und Vögeln. Eine der wichtigsten Nahrungsquellen stellt der Tamarindenbaum dar, der mancherorts bis zu 50 % der Nahrung der Kattas ausmachen kann.