Tsingy-de-Bemaraha-Nationalpark

Kalksteinnadeln (sog. Tsingy) im Tsingy NationalparkSchon seit 1927 ist die fantastische Landschaft der Tsingys in der Region von Bemaraha durch einen Nationalpark auf über 150.000 ha geschützt. Seit 1990 gehört der Nationalpark offiziell zum UNESCO Weltnaturerbe! Die besondere Attraktion des Gebietes sind die sog. Tsingy, „Kalksteinnadeln“, die sich rasierklingenscharf bis zu 130 m hoch in den Himmel erheben. Diese bizarren Felsformationen entstanden vor 200 Millionen Jahren durch Ablagerungen von Meerestieren (z.B. Muscheln), d.h. sie entstanden zu einer Zeit, als Gebiete Madagaskars noch unter dem Meeresspiegel lagen. Nach der Anhebung durch versch. Tektonische Bewegungen wurde der entstandene Kalkstein durch Erosion freigelegt und im Laufe von Jahrtausenden bildeten sich scharfe, spitze Felsauswaschungen. Dieses System aus Schluchten und Kalksteinspitzen bildet ein Phänomen, welches das Gebiet zu einer der erstaunlichsten Landschaften der Welt macht. Das madagassische Wort „mitsingitsingina“, kurz „tsingy“ beutet dabei so viel wie „auf den Zehenspitzen gehen“. Dies charakterisiert sehr genau die verwitterten Steinfelder mit ihren messerspitzen Felsformationen.

Viele edemische Tiere können Sie hier entdecken.Die „tsingy“ sind zumeist vegetationslos; nur manchmal finden sich kleinwüchsige Euphorbien und Sukkulenten. Tief unter den „tsingy“ existieren z.T. riesige Höhlen und kilometerlange Gänge, unterirdische Seen und Flussläufe – ein komplexes hydrologisches System. Vor 300 Jahren dienten die „tsingy“ noch als Versteck für die Vazimba, die Ureinwohner Madagskars, die auf der Flucht vor den expandierenden Merina waren. Die Gräber auf dem Plateau und an der Mündung des Manambolo Flusses gelten als heilig und werden von den lokalen Bewohnern verehrt. Die bizarre Landschaft im Tsingy-de-Bemaraha-Nationalpark beherbergt eine an die speziellen und vor allen Dingen trockenen Bedingungen angepasste Flora: von den rund 650 Pflanzenarten sind 86% endemisch. Dichten, laubabwerfende Wälder werden von Trockensavannen durchbrochen mit teilweise sehr trockenen Gebieten auf Kalkboden.

Dabei gibt es verschiedene Anpassungsstrategien, um mit der Trockenheit umzugehen:

  • Die Blätter der Pflanzen werden zu Stachel umgewandelt
  • Die Stümpfe der Pflanzen verdicken sich; Wasser wird darin gespeichert
  • Die vegetativen Systeme trocknen aus und verlangsamen ihre Vitalfunktionen bis zum nächsten Regen
  • Die Pflanzen bilden nur noch Zwergformen aus

Der Nationalpark von Bemaraha besteht seit 1927 und umfasst eine Fläche von 152.710 ha auf einem zerklüfteten Bergrücken zwischen 150 m und 700 m Meerehöhe am Manambolo-Fluss. Das gesamte Schutzgebiet hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 100 km und ist 10 bis 40 km breit. Das Schutzgebiet besteht aus zwei Teilen, einem integralen Schutzgebiet im Norden und dem Nationalpark mit den Tsingy im Süden. Das Klima im 150 bis 700 Meter hohen Schutzgebiet ist tropisch heiß, mit einer besonders heißen Regenzeit von November bis März (Höchsttemperaturen von bis 39°C). In dieser Periode ist von einem Besuch abzuraten, da das Gelände wegen der abfließenden Regenmassen nur schwer zugänglich ist.

Anreise

Der Nationalpark von Bemaraha liegt im Bezirk von Antsahavola und gehört zur West-Provinz von Mahajanga. Das Gebiet liegt etwa 300 km westlich der Hauptstadt Antananarivo. Mit dem Auto von Antananarivo muss man je nach Straßen- und Wetterverhältnissen mit mehreren Tagen Fahrzeit rechnen, um zu den „Tsingys“ zu gelangen. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten das sehr abgelegene Gebiet und die beiden

Zugänge zum Park (Bekopaka im Süden und Antsolava im Norden) zu erreichen:

  1. Mit einem Geländewagen von der Küstenstadt Morondava gelangt man über Belo-sur-Tsiribihina nach Bekopaka (ca. 200 km) zum südlichen Zugang des Parks.
  2. Eine zweite Möglichkeit besteht über die westliche Hochlandstadt Tsiroanomandidy, die von Antanananarivo mit Auto oder Flugzeug erreicht werden kann, und dann weiter nach Antsolava zum nördlichen Zugang.
  3. Auf dem Wasserwege kann man den Park ebenfalls erreichen, über Ankavandra den Fluß Manambolo hinunter.
  4. Eine andere, weitaus bequemere Art, die „tsingy“ zu besichtigen, ist ein Rundflug mit einer kleinen Maschine von Morondava aus.

Im Park selbst stehen mehrere Rundwege zur Verfügung, sowie Übernachtungsmöglichkeiten an den Zugangsorten zum Park.

 

Tsingy-de-Bemaraha-Nationalpark selbst erleben

Anzeige

Madagaskar

Abenteuer Madagaskar
24 Tage Natur- und Wanderrundreise

  • Große Madagaskar-Rundreise für aktive Entdecker
  • Braunlemuren, Ringelschwanzmakis, Indris und schillernde Chamäleons
  • Über die längste Wasserstraße der Welt (Pangalanes Kanal) zum Palmarium Reservat

ab 4350 EUR


 

Weitere Nationalparks im Überblick