Masoala Nationalpark

Infotafel im Masoala NationalparkUntersuchungen zufolge gehört Madagaskar zu den drei artenreichsten Flecken der Erde, ein sogenannter Hotspot. Dieser Reichtum an Biodiversität erreicht seinen Höhepunkt im Regenwald. Die Halbinsel Masoala ist bedeckt von einem der letzten großen Regenwaldstücke Madagaskars. Diese Halbinsel liegt im Nordosten Madagaskars und ragt 60 – 70 km nach Süden in den Indischen Ozean hinein. Auf ihren etwa 4.200 km² finden sich unterschiedlichste Biotope: so ist Masoala im Innern gebirgig und dicht bewaldet.

Steile Abhänge gehen über in den vielfältigen Küstenwald aus Mangrovenwäldern, Sandküsten und Korallenriffen. Im zentralen Teil der Halbinsel liegt der Nationalpark Masoala, der mehr als die Hälfte der Halbinsel umfasst. Madagaskar ist sich seines Reichtums und seiner Verantwortung in Bezug auf die Artenvielfalt durchaus bewusst und bestrebt, diese zu schützen. Die Insel im Indischen Ozean ist jedoch gleichzeitig auch eines der ärmsten Länder der Welt. Diese Armut führt dazu, dass die lokale Bevölkerung den Regenwald für die Erwirtschaftung ihres Lebensunterhalts nutzt. Durch das Abholzen der Regenwälder werden neue Felder für den Reisanbau urbar gemacht; als Folge davon und durch illegalen Edelholzhandel schwindet der Regenwald. Alleine auf der Halbinsel Masoala gehen auf diese Art und Weise jeden Tag 10 ha an Wald verloren.

Unterschiedliche Grüntöne entlang des Wegs

In diesem Umfeld hat die madagassische Regierung internationale Organisationen beauftragt, für die Masoala-Region ein integriertes Entwicklungs- und Naturschutzprojekt zu planen und umzusetzen. Ziel dieses 1993 begonnenen Projektes ist der Schutz des biologisch wichtigsten Teils des Masoalas. 1997 wurde daher der Nationalpark Masoala gegründet (mitsamt 3 Meeres-Reservaten), der mit 2400 km² den größte Nationalpark Madgaskars darstellt. Innerhalb der Parkgrenzen sind Pufferzonen ausgewiesen, in denen es der lokalen Bevölkerung erlaubt ist, gewisse natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Seit 2007 ist der Nationalpark Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Diesen weltweit anerkannten Schutzstatus teilt sich Masoala mit fünf weiteren geschützten Regenwäldern Madagaskars, z.B. dem Marojejy Nationalpark (Rainforests of the Atsinanana). Botanisch erwähnenswert sind die vielen Orchideen- und über 50 verschiedenen Palmenarten. Eher selten ist die Kannenpflanze. Äußerst selten sogar eine, im Jahr 2000 neu entdeckte Art der Takhtajania-Pflanzen.

Der Regenwald des Masoala Nationalpark ist Heimat vieler Tiere.Tierfreunde können in Masoala 11 verschiedene Lemurenarten beobachten; der Rote Vari (Varecia rubra) kommt nur in den Wäldern Masoalas vor. Auf der Insel Nosy Mangabe wurde bereits in den 60er Jahren ein 520 ha großes Reservat eingerichtet, in dem u.a. der Schwarzweiße Vari (Varecia variegata) und das Fingertier (Daubentonia madagascariensis) geschützt werden. Typische Vogelarten Masoalas sind die Seidenkuckucke (Coua), die Vangas (Vangidae) und die Vasapapageien (Coracopsis); besonders selten sind hingegen die Rote Madagaskar-Eule und der Madgaskar-Schlangenadler. Die Korallenriffe in den drei Meeresreservaten Masoalas sind einzigartige Schnorchel- und Tauchgebiete. Eine besondere Attraktion ist die Beobachtung der Buckelwale in der Bucht von Antongil; jeweils von Juli bis September halten sie sich mit ihren Jungen in der Bucht auf. Ausgangspunkt für einen Besuch des Masoala Nationalparkes ist die Kleinstadt Maroantsetra; hier findet man eine Vielzahl an Unterkünften, das zuständige Nationalparkbüro (mit Informationen aus erster Hand und erfahrenen, englischsprachigen Guides) und Boote, die zum Nationalpark bzw. zur Insel Nosy Mangabe abfahren. Möchte man sich vor der Reise nach Madagaskar einen Eindruck von der Vielfalt der Regenwälder Masoalas machen, sollte man nach Zürich (Schweiz) reisen. Der Züricher Zoo eröffnete bereits 2003 eine eigene Masoala-Regenwald-Halle. In der 120m langen, 90m breiten und 30m hohen Ökosystemhalle (11000m²) können die Besucher in einem nahezu authentischen Ausschnitt des Masoala-Regenwaldes die Besonderheiten dieses Lebensraumes entdecken.

 

Anreise

Die Anreise in den Nationalpark von Masoala gestaltet sich nicht ganz so einfach. Die Straßenverbindungen sind nicht durchgängig ausgebaut. Die Touristenstandorte sind in erster Linie zu Fuß oder mit Booten zu erreichen. Je nachdem aus Welcher Richtung man kommt, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Aus dem Norden oder Westen kommt man nur über Trakking-Wege zu Fuß in der Park, Straßenanbindungen existieren nicht. Der beste Ausgangspunkt für Ausflüge in den Park ist die Westlich vom Park gelegene Stadt Maroantsetra, auch Antalaha im Norden des Parks bietet sich an. Diese sind am einfachsten per Flugzeug von Antananarivo aus zu erreichen, da die Zugangsstraßen oft gesperrt sind. Von der südlich des Park gelegenen Stadt Soanierana-Ivongo, die gut mit dem Auto zu erreichen ist, gelangt man über Flüsse auf einer Strecke von 200 km in den Nationalpark, mit teils veralteten Fähren, in den Masoala Nationalpark. Die Flugverbindungen sollten schon einige Monate im Voraus gebucht werden!

 

Masoala Nationalpark selbst erleben

– Anzeige –

Madagaskar

Wandern zwischen Lemuren und Baobabs
21 Tage Wander- und Naturrundreise

  • Wanderungen in 3 Nationalparks auf Madagaskar
  • Mokoro-Fahrt auf dem Matsiatra-Fluss
  • 2 Tage madagassisches Familienleben hautnah
ab 3750 EUR

 

Weitere Nationalparks im Überblick