Marojejy Nationalpark

Grüne Felsen im Marojejy NationalparkDer Marojejy Nationalpark im Nordosten Madagaskars ist eines der letzten grünen Juwele Madagaskars, wenn nicht sogar weltweit. Dieses regenreiche Regenwaldgebiet Madagaskars stellt eines der artenreichsten Biotope der Welt dar („Hot Spot“). Der Artenreichtum des Parks (mehr als 2000 Pflanzen-Arten in über 100 Gattungen – darunter allein 275 Farne und 35 Palmen) ist begründend durch den Höhengradienten der Landschaft.

 

Vier Vegetationsstufen kann man hier erleben

Immergrüner Tieflandregenwald

Immergrüner Tieflandregenwald (unter 800m) geschützt vor starken Winden und niedrigen Temperaturen entwickelt sich unter warmen Temperaturen und ergiebigen Regenfällen ein dichter, immergrüner Regenwald mit großen Bäumen (25-35m hoch), vielen Palmen, Farnen und Epiphyten. Bambus hingegen findet man meist in den gestörten Bereichen des Regenwaldes.

Dichter Bergregenwald

Dichter Bergregenwald (800-1400m), kältere Temperaturen und nährstoffärmere Böden führen zu kleineren Bäumen und Büschen (18-25m hoch). Das höhere Lichtangebot begünstigt hier den Bodenwuchs und den der Epiphyten; die höhere Luftfeuchte sorgt für den Wuchs von Moosen und Farnen.

Bergnebelwald

Bergnebelwald (1400-1800m) tiefe Temperaturen und starke Winde aus Osten bewirken eine Nebelbildung und oft niedrige, schiefgewachsene Bäume (max. 10m hoch), deren Äste mit Moosen und Flechten behangen sind.

Montane Strauchzone

Montane Strauchzone (über 1800m) kalte und windige Umstände, geringer Regenfall und arme, steinige Böden limitieren die Vegetation über 1800m: hier herrschen vor allem (Zwerg-) Sträucher, bodenständige Orchideen, niedrigwachsende Plamen und Bambus vor. Marojejy besitzt die letzten intakten montanen Sträucher; alle anderen madagassischen Bergsträucher wurden von Feuer zerstört. Die Wälder von Marojejy beheimaten eine beeindruckende und einzigartige Tiervielfalt mit einem hohen Grad an Endemismus. Der Nationalpark beherbergt 149 Amphibien- bzw. Reptilienarten, das sind mehr als ein Viertel aller bekannter Arten von Madagaskar; allein 118 Vögelarten wurden in Marojejy festgestellt. Außerdem tummeln sich insgesamt 11 verschiedene Lemurenarten in den dichten Wäldern – der Seidensifaka (Propithecus candidus) hat hier eines seiner letzten Refugien und gilt als eines der seltensten Primaten der Welt. Namensgebend für den Nationalpark ist das schroffe Marojejy Massiv, welches seinen höchsten Punkt bei 2133 Metern erreicht.


Als erster Europäer beschrieb 1948 Professor Henri Humbert vom Pariser Naturkundemuseum dieses Gebiet. Der begnadete Botaniker, der zuvor schon andere Bergregionen Afrikas bereiste, war derart fasziniert von Marojejy, dass er dafür sorgte, dass die Landschaft rund um das Massiv bereits 1952 unter Schutz gestellt wurde (Reserve Naturelle Intégrale). Seit 1998 hat Marojejy den Status eines Nationalparks (mit ca. 55.500 ha) und seit 2007 ist es sogar Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Diesen weltweit anerkannten Schutzstatus teilt sich Marojejy mit fünf weiteren geschützten Regenwäldern Madagaskars, wie z.B. dem Masoala Nationalpark (Rainforests of the Atsinanana). Der im Marojejy Massiv jährlich anfallende Regen (>3000 mm) nährt zwei große Wassersysteme: der nördliche Teil entwässert in den großen und breiten Androranga Strom; der Süden des Massivs ist Teil des Wassereinzuggebietes des Lokoho. Beide Flüsse enden an der Ostseite Madagaskars im Indischen Ozean! Der Nationalpark befindet sich auf halber Strecke zwischen dem Küstenstädtchen Sambava und Andapa. Ausgangspunkt für Besucher (und Sitz der Nationalparkverwaltung) ist das Dorf Manantenina. (www.marojejy.com)

Der Eingang zum Marojejy NationalparkVon Sambava aus erreicht man Manantenina in ca. 2 Stunden auf guten, asphaltierten Straßen. Hier erhält man die Zutrittserlaubnis und einen erfahrenen und motivierten Guide, der einen in und durch den Nationalpark führt. Im Nationalpark stehen 3 verschiedenen Camps auf 3 unterschiedlichen Höhenlagen (von 450m bis zu 1250m) zur Verfügung, die einfache Hütten und Zeltplätze bieten. Auch eine Besteigung des 2132m hohen Marojejy-Gipfels ist möglich. Generell sollte man 3-6 Tage für einen Besuch in Marojejy einplanen. Von Manantenina (250m ÜNN) geht es zunächst bis zum Eingang des Nationalparks Marojejy. Hier beginnt der Pfad durch den immergrünen Regenwald. Nach 3-4 Stunden Gesamtgehzeit erreicht man das Mantella Camp (450m ÜNN), das erste Camp des Nationalparks. In der Nähe des Camps gibt es die Möglichkeit Bambuslemuren zu beobachten. Vom Mantella Camp (450m üNN) geht es hinauf zum Marojejy Camp (750m üNN) (max. 1h). Das Marojejy-Lager liegt genau auf der Grenze zwischen Tiefland- und Berg-Regenwald. Wer noch mehr Lust auf Wandern und Bergsteigen hat, kann auch noch das 3. Camp „Simpona“ (1250m üNN) und von dort den Gipfel des Marojejy (2132m üNN) erklimmen (↑ca. 3h; ↓ca. 2h). In der Nähe beider Camps kann man mit viel Glück die sehr seltenen Seidensifakas beobachten. Der Rückweg erfolgt auf denselben Pfaden wie der Hinweg.

 

Anreise

Der Nationalpark von Marojejy liegt im Nordosten von Madagaskar, 60 km entfernt von der Stadt Sambava, welche an der Nationalstraße Nr. 4 liegt. Mit dem Auto fährt man bis Ambilobe und weiter nach Vohémar. Die Straße Ambilobe-Vohemar-Sambava ist von Mai – November leicht zugänglich, in der Regensaison von Dezember bis April kann sie jedoch mehr als 4 Stunden gesperrt sein. Für eine Fahrt mit dem Auto von Antananarivo aus benötigt man ca. 3 Tage.

 

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