Die Pflanzenwelt Madagaskars

Madagaskar ist die Heimat von mehr als 12.000 Pflanzenarten, von denen mehr als 80% endemisch sind. Das macht Madagaskar zu einem der artenreichsten Pflanzenreiche unseres Planeten. (Zum Vergleich: das tropische Festlandafrika weist 30.000 bis 35.000 Pflanzenarten auf – auf einer Fläche, die rund 35mal größer ist als Madagaskar.)

Auch Palmen wachsen auf Madagaskar ganz besonders.Erleben Sie Madagaskars einzigartige Flora

  • 10 Pflanzenfamilien und 260 Pflanzengattungen sind endemisch auf Madagaskar
  • 165 von 170 Palmenarten befinden sich nur auf Madagaskar
    (Zum Vergleich: Ganz Festland-Afrika besitzt „nur“ 60 Palmarten!)
  • Eine ganze Familie, die Didiereaceae, kommt ebenfalls nur auf Madagaskar vor. Vier verschiedenen Gattungen mit zahlreichen Unterarten zeichnen sich durch ein Stachelkleid aus, das dem von Kakteen ähnelt. Nur kurz nach der Regenzeit tragen die sog. Krakenbäume kleine Blätter zwischen den Stacheln. Die Madagassen nutzen diese Stacheln und pflanzen die Didiereaceae als „lebende Zäune“.
  • Madagaskar besitzt annähernd 1000 Orchideenarten, von denen rund 85% endemisch sind.
  • Weltweit gibt es acht verschieden Baobab-Arten. Sechs davon sind auf Madagaskar endemisch.

Affenbrotbaum bzw. Baobab

Die markanten Stämme der Baobab-BäumeDer Affenbrotbaum ist ein großer, markanter und häufig bizarr wachsender Laubbaum aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die Affenbrotbäume sind in weiten Teilen des Afrikas, in Australien, aber vor allen Dingen auf Madagaskar verbreitet. Sechs der insgesamt acht Baobab-Arten kommen nur auf Madagaskar vor. Der Affenbrotbaum zeichnet sich durch einen relativ kurzen, extrem dicken Stamm aus. Die Baumkrone besteht aus kräftigen, oft unförmig erscheinenden Ästen, die eine weit ausladende Krone bilden. Im unbelaubten Zustand erinnert die Astkrone an ein Wurzelsystem, was zu der Legende beigetragen hat, der Affenbrotbaum sei ein verkehrt herum gepflanzter Baum. Der Stamm ist häufig tief gefurcht oder weist kehlige Vertiefungen auf. Die graubraune bis graue Rinde ist zwischen fünf bis zehn Zentimeter dick und ist außen hart und innen faserig. Somit kann der Baum kleinere Buschbrände relativ unversehrt überstehen.

Baobabs können mehrere Hunderte von Jahren alt werden. Entsprechend ihrer Stammform werden vier Entwicklungsphasen unterschieden:

  • Schmale Schösslinge (Alter: 10-15 Jahre)
  • Kegelförmige (Alter: 60-70 Jahre)
  • Flaschenförmige (Alter: 200-300 Jahre)
  • Alte (bis zu 800 Jahre)

Erst mit über 10 Jahren setzten Affenbrotbäume das erste Mal Blüten an. Der Blütenansatz erfolgt vier Wochen nach der Blattentwicklung. Die Hauptblütezeit beträgt vier Wochen, die einzelne Blüte blüht dagegen nur 24 Stunden. In dieser Zeit ist sie für etwa 16 bis 20 Stunden bestäubungsfähig. Zur Bestäubung der madagassischen Affenbrotbäume tragen neben Flughunden auch Schwärmer und Lemuren bei. Traditionell werden alle Teile des Baobab-Baumes genutzt- die Wurzeln werden, wie die jungen Blätter, die wie Spinat zubereitet werden, verzehrt. Mit getrockneten und pulverisierten Blättern werden Suppen und Soßen gewürzt. Der mit Wasser vermischte Pollen der Blüten wird als Leim verwendet. Die reifen, süßen Früchte werden als Obst oder zur Herstellung von Fruchtsäften und Süßwaren genutzt und aus den Samen kann man kostbares Öl gewinnen. Die faserige Wurzelrinde wird zu Schnüren, Fußmatten oder Seilen verarbeitet. Aus den Fasern der Rinde werden u.a. Seile, Taue, Gurtbänder, Saiten für Musikinstrumente, Körbe, Netze und Angelschnüre hergestellt. Die getrocknete Rinde wird als Mittel gegen Fieber oder auch zum Dachdecken genutzt. Die Asche der Rinde und der Früchte wird in Öl gekocht und zur Seifenherstellung verwendet. Das Holz lässt man im Wasser verrotten, es hinterlässt somit lange Fasern, die zum Verpacken benutzt werden. Darüber hinaus wird das Holz auch zum Bau für leichte Kanus, Holzplatten und Tabletts verwendet. Ausgehöhlte Baumstämme dienen als Wasserspeicher, Grab, Gefängnis, Stall, Toilette, Kühlraum, Milchladen und teils sogar als Wohnung.

Ravenala – Baum der Reisenden

Die kräftige Blüte einer ProteaObwohl die (monotypische) Gattung Ravenala auf Madagaskar endemisch ist, kennt und schätzt man den Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) als Zierpflanze in vielen tropischen Gebieten weltweit. Die Wuchshöhe der Ravenala kann 10 bis 15 Metern betragen; die Blätter der Pflanze werden bis zu 3 Meter lang und sind gegliedert in Blattspreite (Hauptteil) und lange Blattstiele, welche im kahnartigen Blattgrund der dicht stehenden Blätter (unterer Teil des Blattes) zusammenkommen. Im Blattgrund sammelt sich Regenwasser, das durch Anstechen des Blattgrundes gewonnen werden kann. Als Trinkwasser ist es meist jedoch nur bedingt geeignet, da es oft durch vermoderte Blätter, Mückenlarven oder tote Tiere verunreinigt ist. Durch diese Funktion als Wasserspender in der Not hat der Baum vermutlich seinen Namen erhalten. Eine weitere Theorie für die Namensgebung ist die Tatsache, dass die Blätter tendenziell in Ost-West-Richtung wachsen und somit eine Orientierungshilfe geben können.

Die Blütenstände wachsen in den Blattachseln; von dort ragen sie aus dem Blattschopf heraus, was beste Voraussetzungen für eine Vogelbestäubung (Ornitophilie) bietet. Der bestäubende Vogel setzt sich auf eines der Deckblätter und muss sich nun tief nach vorn beugen, um den Nektar in der unter ihm stehenden Blüte des gleichen Blütenstandes zu erreichen. Durch diese Berührung öffnet sich die Blüte explosionsartig und überschüttet dabei die Brust des Vogels mit Blütenstaub, den er dann zur nächsten Blüte weiterträgt. Doch nicht nur die Vögel dienen als Bestäuber, auch Lemuren, die sich am Blütennektar laben, übernehmen oft die Funktion. Die stärkehaltigen Samen und die jungen Blätter sind essbar. Der halbierte und ausgehöhlte Stamm und die Blätter der Ravenala werden in Madagaskar zum Decken von Dächern verwendet.

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