Erleben Sie die einzigartige Natur Madagaskars

Die ersten europäischen Reisenden, die in den letzten Jahrhunderten Madagaskar besuchten, berichteten vor allem von einer fremdartigen, aber zugleich faszinierenden Natur. Sie stießen auf Tiere und Pflanzen, die sie niemals zuvor gesehen hatten. Die meisten der hier vorkommenden 250.000 Pflanzen- und Tier-Arten sind endemisch, also nur auf Madagaskar heimisch, was Madagaskar in den Rang eines ökologischen Inselkontinents erhebt, eine Art „Arche Noah der Natur“. Diese einmalige Natur ist auch heute noch einer der vorrangigsten Gründe für einen Besuch von Madagaskar. Gute Möglichkeiten, diese einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu erleben und zu bestaunen, bieten die vielen staatlichen (z.B. Nationalparks) und privaten Schutzgebiete überall auf der Insel.

 

Die beachtliche Größe der Insel und ihre Geographie beeinflussen den gesamten Naturraum und schaffen verschiedene Ökosysteme: so unterschiedlich die verschiedenen Klima- und Vegetationszonen auf der Insel, so vielfältig die Tier- und Pflanzenwelt, die dort lebt. Die östlichen Regenwälder Madagaskars bieten eine schier endlose Artenvielfalt: Lemuren und Chamäleons tummeln sich inmitten einer Vegetation aus Schraubenpalmen, Farnbäumen und Orchideen. Im Westen Madagaskars erwarten den Besucher die riesigen Affenbrotbäume bzw. Baobabs. Im trockenen, halbwüstenhaften Südwesten der Insel wächst eine ebenso bezaubernden wie bizarre Pflanzenwelt voller Dornen und Wunder.

Laut einer WWF-Studie aus dem Jahre 2011 (Treasure Island: New biodiversity on Madagascar (1999 – 2010) wurden alleine in den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausends in Madagaskar über 615 bislang unbekannte Arten entdeckt. Diese Biodiversität ist heute allerdings stark bedroht! Die Ausbreitung der Menschen auf der großen Insel, die vor etwa 1200 Jahren begann und die damit verbundene Brandrodung und fortschreitende Bodenerosion haben einen großen Teil der ursprünglichen Vegetation und Fauna bereits zerstört.

 

„Eine Reise nach Madagaskar steht auch heute noch für außergewöhnliche Naturerlebnisse!“

 

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Das Problem der Brandrodung

Neues Ackerland wird in Madagaskar in der Regel durch Brandrodungen gewonnen. Das madagassische Wort für Brandrodung ist „Tavy“. Die Bäume werden mit einer Axt geschlagen und am Boden liegen gelassen, bis sie verdorrt sind. Schließlich wird Feuer entfacht, und das dürre Holz verkohlt. Die Asche dient als Dünger für den extrem nährstoffarmen ehemaligen Regenwaldboden. Zwei bis drei Jahren kann Reis, später anspruchsloser Maniok angebaut werden. In der ursprünglichen Form dieser Anbaumethode – dem Wanderfeldbau – kann sich der Boden in einer mehrjährigen Brachezeit erholen, und im Idealfall erobert sich der Regenwald das Gebiet wieder zurück. Diese Sekundärvegation wird auf Madagaskar „Savoka“ genannt. Heutzutage werden aber keine Brachezeiten mehr eingehalten. Der Boden wird durch das mehrfache Abbrennen und den Wechsel von heftigen Tropenregen und glühender Sonne hart wie Ziegelstein. Der humuslose, rote Untergrund aus laterithaltigem Ton und Lehm verkrustet. Die Erosion verursacht an den Hängen so genannte Spühlnischen, „Lavaka“ in madagassischer Sprache. Die Flüsse färben sich durch die erodierte Erde tiefrot. Die Bauern sind gezwungen, das Land zu verlassen. Damit beginnt der Teufelskreis der Brandrodungen an anderer Stelle von Neuem.

Stelzenrallen, die endemisch auf Madagaskar leben, werden von der IUCN als gefährdet eingestuft.Doch damit nicht genug: in der Zeit zwischen Dezember und Mai bilden sich tropische Wirbelstürme über dem südlichen Indischen Ozean. Einige dieser Zyklone treffen mit zerstörerischer Wucht auf Madagaskar. Wegen der Zerstückelung der Waldbestände bieten die unzähligen Waldränder ideale Angriffsflächen für den Wind. Eine späte Folge der Zyklone sind Waldbrände. Im dürren Totholz breiten sie sich rasch aus. Durch die heftigen Regenfälle während eines Zyklons werden die Nassreisfelder in den Ebenen überschwemmt und zerstört. Die Kleinbauern sehen sich gezwungen, vorübergehend auf die Pflanzung von Reis an hügeligen, trockenen Standorten auszuweichen. Wälder werden abgeholzt und angezündet. Der Teufelskreis des Tavy erhält in Jahren mit Wirbelstürmen damit mächtig Auftrieb: es folgt die Katastrophe nach der Katastrophe. Brandrodung hat in Madagaskar Tradition; schon die ersten Einwanderer brachten diese Bewirtschaftungsmethode von Südostasien mit. Doch die Verwendung von Feuer hat nicht nur anbautechnische Gründe, die Ursache der vielen Busch- und Waldbrände in Madagaskar sind auch kultureller und politischer Natur. So ist es in einigen Regionen des Landes per Fady verboten, den Boden mit einer Hacke zu verletzen. Der Bauer soll vielmehr das Feld in Brand setzen. In einigen Gegenden wird der madagassische Schöpfergott Zanahary in Verbindung mit dem Feuer gebracht. Das Feuer wird als Träger der unermesslichen Kraft des Schöpfergottes gesehen. Je größer das Feuer, desto mehr Macht soll es enthalten. Und ein großes Feuer erhält man am besten, wenn ganze Wälder angesteckt werden. Zu den Beweggründen von Brandlegungen gehört aber auch der Glaube an die Existenz böser Geister. Die Wälder gelten als Hort dieser Kreaturen. Indem man die Wälder in Brand setzt, können diese Fabelwesen fern gehalten werden. Die durch den Ahnenkult bedingten Gründe der Waldvernichtung sind kaum zu kontrollieren. Für Politiker, Entwicklungshelfer und Naturschützer ist der Feuerzauber der Madagassen ein ständiges Thema.