Sihanaka – die in die Sümpfe marschierten

Das Volk der Sihanaka stammt ursprünglich von den Antaisaka ab und besiedelte die nordöstliche Gegend rund um den Alaotra-See. Ihr Gebiet erstreckt sich bis zur Quelle des Mangoro-Flusses. Ihre Hauptstadt ist Ambadronbazaka, was „unter dem Stein der Razaka“ bedeutet. Eine Legende besagt, dass einst der König Andriambololona eine Schlacht gegen die Vazimba gewann und zum Andenken daran einen Stein am Südwestufer des Sees aufstellen ließ. Diesen Stein benannte er nach seiner Tochter Razaka. Ähnlich den Merinas leben die Sihanaka heute noch vom Fischfang und der Geflügelzucht. Die sumpfige Gegend rund um den See nutzt das Volk zusätzlich zum Reisanbau. Mehr als andere Stämme glauben die Sihanaka an Wunderheiler, Zauberer, Hexer und sog. Fadys. (Dies sind Gebote und Tabus, die in jedem Fall einzuhalten sind. Sie dienen dazu, den Groll der Ahnen nicht zu wecken.) Da die Sihanaka weit ab von der Zivilisation leben, bleibt ihre Sozialstruktur weitestgehend unberührt. In ihrem Brauch werden die Gräber der Vorfahren mit ca. 10m hohen Holzstelen verziert.