Sakalava – Leute der langen Senken

Der Stamm der Sakalava bestand bis ins 18. Jahrhundert aus eher unbedeutenden Viehzüchtern, eroberte dann aber trotz seiner nur 6% Anteil an der Bevölkerung, den gesamten Südwesten Madagaskars. Heute bedeckt ihr Gebiet ein Viertel der Gesamtfläche der Insel. Ihr Gebiet war früher in zwei Königreiche unterteilt: das „Reich der Sakalava- Menabe“ und „das Reich Sakalava-Boina“. Beide Reiche konnten im Laufe der Zeit nach Süden und Norden hin weiter ausgedehnt werden und die Ankunft von arabischen Händlern an der Westküste verhalf ihnen zu Waffen und Luxusgütern. Die Grenzen ihres heutigen Gebietes sind der Indische Ozean im Westen und das Hochland im Osten. Wie auch die anderen Stämme zogen auch die Sakalava gegen die mächtigen Merina in den Kampf (18. Jahrhundert). Nur durch geschickte Heiratspolitik gelang es dem Merina-König Ramada I, die Sakalava seinem Reich einzuverleiben. Noch bis ins 20. Jahrhundert galt es als Brauch bei den Sakalava, Menschen als Opfergabe zu nutzen.

Heute noch werden zwei große Rituale bei den Sakalavas durchgeführt. Im sog „Tromba- Ritual“ versetzen sich die Sakalava in Trance, um mit den Geistern ihrer Verstorbenen zu kommunizieren. Dieses Ritual wird meist zur Heilung von Kranken vollzogen. Ein zweites bekanntes Ritual ist das „Ritual der Blutsbrüderschaft“, bei dem unter Anwesenheit eines „Zauberers“ (Priesters) zwei Männern ein Schnitt durch die Brust gemacht, das Blut vermischt und anschließend getrunken wird. Den typischen Brauch der „Totenumbettung“ findet man bei den Sakalava allerdings nicht.