Betsileo – die Unbesiegbaren

Eine "unbesiegbare" DameBetsileo-Frau mit typischen HutWie auch die Bara und die Merina sind die Betsileo ein Volksstamm, der im Hochland Madagaskars zu Hause ist. Sie machen mit 13% der Bevölkerung die drittgrößte Bevölkerungsgruppe aus und man erkennt in ihren breiten, flachen Gesichtern klar ihre indonesisch-malaiische Herkunft. Zu finden sind sie auf der Südseite des Hochlands in der Gegend um ihre Hauptstadt Fianarantsoa. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein waren die Betsileo im Besitz von vier Königreichen. Später mussten sie sich aber später den Merina unterwerfen.

 

Sie gelten als die „Erfinder“ der Terrassenkultur im Reisanbau und bewirtschaften heute noch die bergigen Gegenden vulkanischen Ursprungs. Auch die Betsileo leben den Ahnenkult und betten ihre Toten im Rahmen einer „Famadihana“ um. Ihre Gräber sind unverfehlbar: riesige Familiengräber aus Stein, die mit aus Holz geschnitzten Grabstelen verziert sind. Innerhalb des Stammes ist es verboten, ein Mitglied eines anderen Stammes zu heiraten. So kommt es meist dazu, dass die Ehepartner aus der eigenen Großfamilie stammen. Man nimmt an, dass die im Regenwald lebenden Zafimaniry eine Untergruppe der Betsileo sind. Die Waldbewohner leben abgeschieden und nur schwer erreichbar. Sie schnitzen Kunst und Gebrauchsgegenstände aus Edelholz und schmücken mit ihrer Schnitzkunst auch ihre Häuser.