Bara – die Hirten

Die Bara sind ein eher schwer zugängliches Volk, das seinen Unterhalt hauptsächlich mit Rinder- und Viehzucht verdient. Ihr Siedlungsgebiet befindet sich südlich des Merina- Gebietes um die Hauptorte Ihosy und Betroka. Die Verehrung der Bara für Zebu-Rinder lässt vermuten, dass die Vorfahren der Bara aus Afrika (Bantu) eingewandert sind. Sowohl bei den Bara als auch bei den Bantu gilt Rinderbesitz als Statussymbol.

Die Bara unterteilen sich selbst in Clans, die oft untereinander verfeindet sind. Zur Brautwerbung vertritt der Stamm die Tradition des „Viehdiebstahls“, bei der der Bräutigam ein Rind stehlen muss, um seine Männlichkeit zu beweisen. Als Beweis dienen die Entlassungspapiere aus dem Gefängnis. Je mehr Rinder ein Bräutigam erbeutet, umso mehr steigt er im Ansehen des Brautvaters. Die Sitte des Rinderdiebstahls stößt bei anderen ethnischen Gruppen auf Ablehnung.