Fianarantsoa

Fianarantsoa

Als zweitgrößte Stadt liegt die alte Königsstadt Fianarantsoa inmitten des größten Weinanbaugebiets der Insel. Der Name bedeutet „Ort, an dem man gutes lernen kann“! Diesen erhielt die Stadt von der Königin Ranavalona I., die sich hier 1830 auf dem höchsten Hügel eine Residenz errichten ließ. Heute zählt die Stadt knapp 200.000 Einwohner, von denen der Großteil noch zu dem hier ursprünglich ansässigem Volk der Betsileo gehört. Fianarantsoa gilt seit dem Einzug von Missionaren, die hier Kirchen und Schulen erbauten, als religiöses Zentrum von Madagaskar, denn die Kirchendichte pro Quadratmeter ist nirgends so hoch wie hier.

In Fianarantsoa wurden die alten traditionellen Häuser auf den Hügeln der Stadt erbaut und ziehen sich bis auf den 1269m hohen Ivonea hinauf. Diese als „Oberstadt“ bezeichnete „Altstadt“ steht auf der Liste der 100 schützenwertesten und bedrohtesten Städte der Welt (laut „Monument watch“). Die 500 Häuser und 6 Kirchen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Da die Stadt zu arm ist, um ihre Häuser in Stand zu halten, haben sich Hilfsprojekte zur Unterstützung der Renovierung zusammengeschlossen. Der eigentliche Stadtkern, der etwas später entstand, liegt weiter unten im Tal und wird als „Unterstadt“ bezeichnet. Hier findet man den Marktplatz, das Einkaufsviertel und den Bahnhof. Hier spürt man förmlich das „pulsierende Herz“ der Stadt. Die mittlere Ebene, die sog „Nouvelle Ville“ (Neustadt) wurde zur Kolonialzeit von den Franzosen bebaut. Hier entstanden viele Banken, Verwaltungsgebäude und Hotels.

 

Sehenswürdigkeiten in Fianarantsoa

Museum Faniahy

Im Stadtteil Anjoma kurz hinter dem Bahnhof kann man sich im Museum Faniahy über die Geschichte und die Kultur des hier lebenden Volksstammes der Betsileo informieren.

Kulturfest der Betsileo

Zwischen Mai und September findet das jährliche Volksfest der Betsileo statt, bei dem der traditionelle „Tolon’omby“ (Stierkampf) vorgeführt wird. Er gleicht allerdings eher einem Rodeo als einem spanischen Stierkampf.

Trappistenkloster „Monastere de Moromby“

Das 1958 erbaute Kloster gilt als Zentrum der Weinversorgung für die katholischen Pfarrgemeinden (Messweine). Bekannt unter dem Namen „Maromby“ findet man den Wein aber auch auf den Getränkekarten von besseren Restaurants und Hotels. Auch zum Übernachten stehen auf dem Kloster 28 einfache Zimmer mit Dusche und Bett für Gäste zur Verfügung.

Weingüter im Süden

Seit 1970 kann man bei Isorona mehrere kleine Weingüter begutachten, die durch Schweizer Entwicklungsgelder ausgebaut wurden. Die bekanntesten Weine aus dieser Gegend, sind die Sorten „ Lazan’i Betsileo“, „Soavita“ und „Gris de Manamisoa“.

Teeplantagen Sahambavy

Die einzige Teeplantage Madagaskars kann man ungefähr 23 km östlich von Fianarantsoa erreichen. In den 70er Jahren eröffnet, produzieren heute ca. 140 Angestellte einen qualitativ hervorragenden Tee, der sich sogar auf dem Weltmarkt behaupten kann. Die Plantage gehört zu den größten Arbeitgeber Fianarantsoas und produziert ca. 500 Tonnen Tee jährlich, in den mittlerweile auch madagassische Vanille in einige Sorten eingearbeitet wird. 80% des Tees werden exportiert. Die besten Besichtigungszeiten sind die Werktage zwischen Oktober und Mai.

 

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