Landeshauptstadt Antananarivo

Die Hauptstadt, die sich auf 1245 m Höhe im Hochland befindet, wird von ihren Einwohnern auch „Tana“ genannt und ist heute die Heimat von 1,5 Millionen Menschen. Allerdings wuchs die Stadt erst nach dem 2. Weltkrieg auf die heutige Größe. Die Infrastruktur der Stadt ist diesem schnellen Zuwachs nicht gewachsen, so dass die Stadt im Zentrum oft chaotisch, schmutzig und überfüllt wirkt. Antananarivo dient offiziell als Verwaltungs-, Wirtschafts,- und Kulturzentrum Madagaskars. Der Name bedeutet „Stadt der Tausend“. Diese Bezeichnung stammt vermutlich noch aus der Zeit des 18. Jahrhundert, als der König der Merina seine damals hier erbaute Festung mit ca. 1000 Mann gegen die Vazimba verteidigte. Den damaligen Königspalast, der Rova von Antananarivo liegt heute ca. 200m über der Stadt; das Edelholzgebäude wurde allerdings bis auf die Steinkonstruktionen bei einem Brand 1995 total zerstört.

Portrait einer älteren Dame

Antananarivo erstreckt sich über mehrere Hügel. Überall entdeckt man kleine Steinhäuser, die sich mit traditionellen Häusern aus Tonziegeln mischen und so der Stadt noch heute einen Flair aus dem 18. Jahrhundert geben. Den Mittelpunkt und die Haupteinkaufsstraße bildet die, von Arkaden gesäumte und unter Denkmalschutz stehende „Avenue de L’Independence“ im Stadtteil Analakely. Hier werden frisch zubereitete Speisen, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch angeboten. Die Avenue ist nach der Renovierung vieler Häuser und Erneuerung der Geschäfte mittlerweile wieder zu einer der beliebtesten Flaniermeilen geworden Hier mischen sich arm und reich, alt und jung. Zusammen mit dem Stadtteil Tsaralalana, in dem vorwiegend indo-pakistanische Madagassen wohnen bildet Analakely die sogenannte Unterstadt. Auch der Bahnhof und der große, täglich geöffnete Marktplatz liegen in unmittelbarer Nähe zur „Avenue de L’Independance“. Als Oberstadt wird der Bereich des Präsidentenpalastes mit den Stadtteilen Antananirenina, Ambatonakanga und Andohalo bezeichnet. Hier findet man vor allem auch die Banken- und Einkaufsviertel der Stadt.

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt

Bahnhof

Sehenswert ist auf jeden Fall Antananarivos Bahnhof, ein zwischen 1908-1910 erbautes Gebäude in dem man sofort den französisch-italienischen Stil der Kolonialzeit erkennen kann. Der Bahnhof bildet den Beginn der „Avenue de L’Independance“, die an ihrem südöstlichen Ende in die „Avenue de 26 Juin 1960“ übergeht.

Rathaus

Ein ebenso imposantes, fast protziges Gebäude ist das Rathaus, welches sich auf halber Höhe der Allee befindet. Es wurde 1972 bei studentischen Unruhen total abgebrannt und erst 2008 wurden die Bauarbeiten zum Wiederaufbau begonnen. Die Bauarbeiten verzögerten sich wiederum durch politische Unruhen und erst Ende 2010 konnte das neu erbaute Rathaus wieder bezogen werden.

 Märkte

An dem Punkt, wo die „Avenue de L’Independance“ in die „Avenue de 26 Juin 1960“ (Datum der Unabhängigkeit) übergeht, stößt man auf die Marktgebäude, die 1925 von General Gallieni erbaut wurden. Genannt wird der Markt „Zoma“ was soviel heißt wie „Freitag“, denn früher durften die Bauern freitags hier ihr frisches Obst und Gemüse verkaufen. Der Markt bietet heute neben Lebensmitteln auch Stoffe und Handwerkswaren. Er ist zwar täglich geöffnet, wurde aber durch den zu hohen Andrang in den 1990er Jahren in verschiedene Märkte aufgetrennt. Das beste Kunsthandwerk findet man derzeit auf dem „Marchee digue“, in der Nähe vom Flughafen. Blumen, Töpferware und Stoffe findet man in reichlicher Vielfalt im Stadtteil Anosibe. Traditionsgemäß gilt bei den Einheimischen immer noch der Freitag als Hauptmarkttag, bei dem man nur mit viel Geduld durch die Besuchermengen in den festen Marktgebäuden vorwärtskommt.

Am südlichen Rand des zentrumsnahen Parks Ambohijatovo lohnt sich ein Besuch auf dem Büchermarkt. Knapp 1000 m² und rund 60 Holzbuden laden hier zum Stöbern nach Büchern und Zeitschriften ein. Eine besondere Augenweide ist der Blumenmarkt, der am See Lac Anosy in der „Rue Ravoahangy Andrianavalona“ zu finden ist. Herrlich duftende Blumen, geflochtene Kränze, Topf- und Gartenpflanzen zieren hier die Stände.

Botanischer Garten

Protea im Botanischen GartenIm Stadtteil Tsimbazaza in der „Rue Fernand“ befindet sich der „Parc Botanique et Zoologique de Tsimbazaza“.der sich über knapp 15 ha erstreckt und von Hilfsgeldern aus verschiedenen Ländern finanziert wird. „Tsimbazaza“ bedeutet: „nicht für Kinder“ und stammt noch aus der Soldatenzeit, in der diese Gegend von Kindern nicht betreten werden sollte. 1925 wurde der Zoologisch-Botanische Garten eingeweiht. Im heutigen Museum der Academie kann man Skelette von ausgestorbenen Tieren, besonders von prähistorischen Lemurenarten bewundern. Auch Informationen über die verschiedenen ethnischen Gruppen mit ihren unterschiedlichen Bräuchen und Kulturen findet man hier im Museum. Im Parkgelände trifft man auf verschiedene Kulturdenkmäler, Holzskulpturen, die meist von den Sakalava-Gräbern stammen. Im botanischen Teil des Parks sind 2 Seen und die Flora Madagaskars angelegt. Im Tierpark kann man noch fast alle lebenden endemischen Tierarten finden. Über 20 Lemurenarten, wie z.B. das seltene Fingertier, Krokodile, Chamäleons, Schildkröten und verschiedene nachtaktive Tiere können hier hautnah beobachtet werden. Neben den Säugetieren besitzt der Tierpark auch zahlreiche Vogel- und Insektenarten.

Piratenmuseum

5 Gehminuten vom Bahnhof findet man das seit 2008 eröffnete Piratenmuseum. Die Führungen finden neben Französisch und Englisch auch in Deutsch statt. 300 Jahre abenteuerliche Piratengeschichte erwarten den Besucher. Folgen Sie den Piraten über den Indischen Ozean bis zur Karibik und treffen Sie auf William Kidd und andere Piraten. Das Museum befindet sich in der „Rue de Liege 103“ im Stadtteil Tsaralalana.

Rova – der Königspalast

Die Überreste des Palastes des Merina Königs Andrianjaka überragt Antananarivo auf dem höchsten Hügel. Nachdem der König 1610 seinen Palast dort errichtete, wurde er stetig von den nachfolgenden Königen und Königinnen ausgebaut und erweitert. Nach und nach entstand so ein ganzer Bezirk mit mehreren Palastbauten, einer eigener Kirche und einem eigenen königlichen Friedhof.

Der Palast der Königin

Leider verblieben nach dem großen Brand vom 06. November 1995 nur noch die steinernen Umrisse, die, auf Anlass der Königin Ranavalona um das alte hölzerne Königshaus gebaut wurden. Alle Holzbauten des eigentlichen Palastes wurden vom Feuer ergriffen und sind komplett zu Asche verbrannt. Der Brand war ein Schock für die Merina, da der Palast ihnen jahrhundertelang als religiöses Symbol diente. Glücklicherweise haben die 4 Türme des Palastes der Königin den Brand überstanden und ragen noch heute als Wahrzeichen empor. Schreitet man durch das pompöse Eingangstor, fällt der Blick auf einen goldenen Adler, der schützend seine Flügel ausbreitet und so symbolisch das Gelände des Palastes bewachen soll. Dieser „mächtige Vogel“ (Voromahery) war ein Geschenk Napoleons III und wurde 1855 auf dem Tor errichtet. Nach dem Tor gelangt man auf den Vorplatz, Kianja, auf dem Audienzen stattfanden. Linker Hand fallen die königlichen Gräber ins Auge. Die linken Gräber beinhalten die Gebeine und Überbleibsel der Königinnen und die rechten Gräber beherbergen die Überreste der Könige.

1796 wurde ein weiteres Haus, der sog. Silberpalast (Tranovola) als zusätzliches Gebäude für den König errichtet. Die Nägel, die hier zum Einsatz kamen bestanden aus reinem Silber. Das Haus bestand nur aus einem einzigen Zimmer und platzsparend nächtigte König Andrianapoinimerina auf einem Hochbett. Am hinteren Ende des Areals befindet sich die Fiangona, die königliche anglikanische Kirche, die 1870 im Auftrag von Königin Ranavalona II erbaut wurde. Auch sie wurde im Feuer schwer zerstört, konnte aber durch Wiederaufbauarbeiten wieder hergestellt werden.

 

Antananarivo selbst erleben

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